Robert Rustenbach

*1854 in Eschershausen † 1909 in Braunschweig

Jurist und Heimatforscher

Robert Rustenbach wurde in Eschershausen geboren; sein Vater war dort Gerichtsbeamter und zugleich Bürgermeister (bis 1879). Mit besonderer Freude soll es Rustenbach erfüllt haben, dass er in demselben Haus geboren wurde, in dem 1831 Wilhelm Raabe das Licht der Welt erblickte. Im Jahr 1878 legte er nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen sein juristisches Staatsexamen ab und war sodann vorübergehend mit Sekretariatsangelegenheiten beim

Kreisgerichts Holzminden beschäftigt.

Hier ist er noch im selben Jahr zum Referendar ernannt worden. Vorübergehend in gleicher Eigenschaft auch bei anderen Justizbehörden wie dem Kreis- und Amtsgericht zu Blankenburg, dann 1879 zum Gerichtsassessor befördert bei dem Amtsgericht Greene; später auch bei den Amtsgerichten Riddagshausen und Vechelde.

Mitte Juli 1880 wurde er wieder nach Greene versetzt und im Herbst desselben Jahres begründete er in Greene einen eigenen Hausstand und heiratete am 6. Oktober 1880 Maria Kamm, Tochter des Dr. med. J. Kamm aus Halle ab der Weser.

1882 wurde Rustenbach Amtsrichter in Thedinghausen, wo er etwas über sieben Jahre verblieb. Von dort 1889 an das Amtsgericht Braunschweig versetzt und wurde hier ,Landrichter'; zwei Jahre darauf erhielt er den Titel Landgerichtsrat und 1909 zum Landgerichtsdirektor befördert. Leider konnte er diese Stelle nur noch wenige Monate bekleiden, denn am 26. März 1909 verstarb er plötzlich.

Sein Verlust wirkte schmerzlich, besonders auch für die Freunde des Geschichtswesens. Von je her hatte die Vergangenheit der denkwürdigen Bauwerke und Stätten, die seinen Heimatort umgaben, seine lebhafteste Teilnahme erregt. Zu erwähnen sind besonders „Der ehemalige Gau Wikanavelde" und die „Häger und Hägergerichte in den Braunschweiger Weserlanden". Damit leistete er einen wichtigen Beitrag zur heimischen Rechts-, Kultur- und Ortsgeschichte.

Mit dem Werk der „Geschichte des Klosters Amelungsborn" bearbeitete er die historische Vergangenheit dieses im Braunschweigischen Weserlande gelegenen Zisterzienser-Klosters. Es blieb unvollendet — aber was er zuvor noch zusammengeschrieben hatte, ist vom Braunschweigischen Geschichtsverein im Braunschweiger Jahrbuch VIII 1909 veröffentlich worden. Besonders interessant für den hiesigen Bereich die auf mehr als 16 Seiten zusammen getragenen Ereignisse zur Erschließung der Leineauen durch die Amelungsborner Mönche ab dem 12 Jh. Ausführlich schildert er die zu damaliger Zeit erfolgten Landerwerbungen in und bei Greene und die Außenhöfe in Bruchhof und Erzhausen. Dazu wertete er die umfangreichen Materialien im Nds. Landesarchiv in Wolfenbüttel sowie die Urkunden des Klosters Amelungsborn und die der Homburger Edelherren aus. Explizit werden die Besitzverhältnisse damaliger Zeit zusammen getragen und über die Darstellung der Klostergrundstücke und anderen Einrichtungen wie die Erwerbung der Greener Leinemühle im Jahr 1272 berichtet. Diese historischen Beiträge sind eine wahre Fundgrube und vermitteln die besondere Vorliebe der Zisterziensermönche, wasserreiche oder gar sumpfige Flächen landwirtschaftlichen Zwecken dienstbar zu machen. Mit seinen präzise ausgewerteten Belegen und Zusammenfassungen bezeugt er in eindrucksvoller Weise den geschichtlichen Hintergrund unserer Landschaft.

Insoweit verdient der Autor als eine für Greene bedeutende Persönlichkeit herausgestellt zu werden, zumal Robert Rustenbach auch noch als Justitiar eine enge Verbindung zum früheren Amtsgericht Greene hatte und hier sogar die Familiengründung begann.