Burg Greene

Der Aufgang zur Burg ist hier von der Malerin Clara Stromberg/ Kuhlmann in authentischer Weise festgehalten. Die baulichen Anlagen im Burgbereich sind erst im 19. Jh. entstanden, allesamt in Fachwerkbauweise, wie sie heute noch vorhanden sind.

 

Rund 400 Jahre – von Anfang des 14. Jh. bis Anfang 18. Jh. – war die Burg bewohnt und diente ab dem 15. Jh. als Amtssitz des früheren Herzogtums Braunschweig- Wolfenbüttel. Mit der Aufgabe der Burgnutzung 1704 sind auch sämtliche Wirtschafts- und Wohneinheiten im Umfeld der Burg aufgegeben und vollends beseitigt worden. Aufgrund des Ergebnisses der Braunschweigischen Landes-Vermessung, die in Greene 1757 stattfand, sind zu dem Zeitpunkt keinerlei Gebäude mehr im Burgbereich erhalten geblieben. Bekanntlich entstand in Ortsnähe ein neues Domänen- Areal mit allen Wirtschaftsgebäuden.



Hier nun die geschichtliche Entwicklung Greenes in zusammengefasster Form und die Herausstellung der Bedeutung der einstigen Ritterburg:

 

Greene wird 980 im Zusammenhang mit einer Burgbann-Verleihung erstmalig urkundlich erwähnt. Kaiser Otto II. schenkt den unter seiner Herrschaft stehenden Burgbann Greene an das ihm eng verbundene Kloster/ Stift Gandersheim.

 

Zur Urbarmachung des Leinetals trugen in besonderer Weise die Mönche des 1129 gegründeten Klosters Amelungsborn bei. Durch Erwerbungen und Schenkungen von Grundbesitz sicherten sie sich großen Einfluss. Zwischen 1200 und 1400 trennten sich bis auf die Homburger Edelherren die übrigen Grundherrn von ihren Besitzungen zugunsten des Klosters Amelungsborn. Beiden ‚Parteien’ kam eine große Vormachtstellung zu, da beide umfangreiche Besitzungen in und um Greene hatten.

 

Nach langwierigen Verhandlungen kam es zwischen den Beteiligten zu einer einvernehmlichen Lösung mit dem Ergebnis der weitgehenden Übertragung der Besitzverhältnisse auf die Homburger Edelherrn. Diese bauten im 13. und 14. Jh. ihren Herrschaftsbereich aus. So errichteten sie um 1308 zur Sicherung ihres Grundbesitzes die Burg oberhalb Greenes. Die Leine war die Grenze des ostwärtigen Besitzpunktes der Homburger. Edelherr Siegfried von Homburg (Herrschaftszeit 1309 – 1380) wird 1360 mit der Burg von der Äbtissin Luitgard von Gandersheim aufgrund des Burgbannrechts belehnt.

 

1409 stirbt das Geschlecht der Homburger Edelherrn aus und der letzte Edelherr Heinrich verfügt mit seinem letzten Willen zu Erben der Herrschaft die Herzöge Bernhard und Otto von Braunschweig und Lüneburg. Seine Gemahlin, geborene Gräfin Jeanette [Schonette] von Nassau, erhält neben anderen Besitzungen Burg Greene zur Leibzucht (Witwenrecht). Sie lebt von 1410 bis 1414 auf Burg Greene und verehelicht sich zum 2. Mal mit Herzog Otto den Jüngeren von Braunschweig-Grubenhagen (Einbeck).

 

Diese Ehe wird bereits 1421 getrennt. Schonette begibt sich in die Obhut des Hoch-stifts Hildesheim. Sie vermacht ihre Leibzuchts-rechte an den Bischof von Hildesheim.

 

1436 verstirbt Schonette kinderlos in Hildesheim. Das Bistum macht aufgrund der Leibzucht-Übertragung Eigentums- bzw. Nutzungsrechte an Burg Greene unter Ein-schluss des gesamten Amtes geltend.

 

1451 kommt es zu einem Vergleich in Form der Wiederkaufsmöglichkeit der Burg und einst-mals anderer Homburger Gebiete. Die rechtliche Übergabe erfolgt schließlich erst 1499 und seit- dem ist Burg Greene Sitz eines Braunschwei-gischen Amtmanns.

 

1553 kam es zur vollständigen Zerstörung dieser Burg durch Volrad von Mansfeld. Gleich darauf ließ Herzog Heinrich der Jüngere von Braunschweig-Lüneburg die Burg wieder aufbauen. Der Bauzustand entspricht der zeichnerischen Wiedergabe der Schnittzeichnung Merians im 17. Jh. Der Erstbau von 1308 ist insoweit in Form seiner Gesamtstruktur nicht belegt.

Infolge des 30-jährigen Krieges im 17. Jh. erlitt die Burg erneute Beschädigungen. Verschiedene bauliche Anlagen „wurden sehr in Mitleidenschaft“ gezogen. Der Umfang ist nur andeutungsweise skizziert. 1704 kam es zur Aufgabe der Burg als Amtssitz durch den Neubau eines Amtshauses in der Ortslage und gleichzeitige Verlagerung (Aufgabe) der Wirtschaftsgebäude im Burgbereich.

 

Ab 1952 gab es die ersten Burgfestspiele auf dem Burgareal. Sie sind die Vorläufer der Gandersheimer Domffestspiele.

 

Bundesweihestätte Burg Greene

Von 1953 bis 1961 wird Burg Greene Bundesweihestätte des Verbandes derr Heimkehrer unter Beteiligung des „Kulturwerks Bundesweihestätte Burg Greene“.

 

1980 begeht die Ortschaft Flecken Greene ihr 1000-jähriges Jubiläum, nachdem sie bereits 1974 in die neu gegliederte Gemeinde Kreiensen aufgegangen war.

 

2013 kommt es schließlich zur Fusion mit der Stadt Einbeck. Diese ist somit erstmals Eigentümer einer eigenen Burg, die ein hochkaräti-ges Baudenkmal darstellt.