Johann Georg von Langen (1699 – 1776)

 

 ist als Jagdpage an herrschaftlichen Höfen groß geworden und wurde besonders im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg auf dem Gebiet des Jagdwesens gefördert. Daneben entwickelte er vielfältige Kenntnisse auf dem Gebiet des Forstwesens (Waldbau). 1726 wurde er bereits herzoglich braunschweigischer Forstmeister und entwickelte in den Folgejahren seinen Ruf als kenntnisreicher Forstgelehrter. Seine erste große Aufgabe erfüllte er mit der Taxation und Vermessung der Harz-Forsten. Darüber hinaus entwickelte er organisatorische Fähigkeiten auf wirtschaftlichem Gebiet und später auch in künstlerischer Hinsicht.

 

Mit 38 Jahren ging er durch Vermittlung des Grafen Stollberg-Wernigerode nach Norwegen, um dort im Auftrag des Königs Christian VI. von Dänemark Bergbau und Forstwesen zu fördern. Nach fünf Jahren kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Chef der braunschweigischen Forsten mit Sitz in Fürstenberg im Weserdistrikt.

Von Langen entwickelte neben den forstlichen Aktivitäten vielfältige wirtschaftliche Entwicklungen auf den unterschiedlichsten Gebieten. So trug er zur Anlage von Torfwerken am Brocken bei. In der Nähe von Braunlage ließ er 1747 die ersten Kartoffeln anbauen und verfasste eine Denkschrift über die Verwendung der „Erdäpfel“. Ein Kartoffel-Denkmal steht südlich von Braunlage und ein weiterer Gedenkstein im Kurpark.

Der größten Bedeutung im Leben des von Langen wird die Erfindung der Porzellanherstellung zugeschrieben. Er entwarf dazu einen Brennofen und in Fürstenberg wurde um 1747/53 das erste Fürstenberger Porzellan produziert. Daneben wurden von ihm eine Forstordnung und eine Denkschrift für die Erzielung gemischter Baumbestände erstellt.

Im Rahmen seiner forstlichen Tätigkeit im Weserdistrikt – in dem das Amt Greene bis 1833 eingebunden war – musste von Langen als Sachverständiger seine Begutachtungen im Zusammenhang mit Holzlieferungen aus den herrschaftlichen Waldungen abgeben. So u.a. für die Neuerrichtung der Ippenser Leinebrücke (1750 = Holzbrücke). Auch für einen Brückenneubau in Greene (1749 = Holzbrücke über den Mühlenkanal) hatte er sich bereits seiner Zeit für Steinbrücken ausgesprochen. Die handschriftlich verfassten Dokumente befinden in Vorgängen des Nds. Landesarchivs Wolfenbüttel (ausgewertet durch Jürgen Sander 2015 und 2016).

Im ‚grünen Plan‘ bei Delligsen entstanden auf seine Initiative Glashüttenbetriebe in Form von Wanderglashütten. Heute in der Spiegelglashütte Grünenplan manifestiert. So verwertete von Langen gleichzeitig den Holzreichtum im Solling und im Hils.

Persönliche Gründe führten ihn erneut nach Norwegen, wo er das dortige Forstwesen weiter aufbauen konnte. Er gründete dort auch eine Forstschule und unterrichtete selbst. Auch im norwegischen Kongsberg existiert ein Gedenkstein für Johann Georg von Langen.

Im Glasmuseum Boffzen/ Weser ist eine Dauerausstellung über das „Leben und Wirken des Oberjägermeisters Johann Georg von Langen von 1699 bis 1776“ untergebracht.